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Ungarns Roma-Vertreter fordern eigenen Minister 4. März 2009 | 12:40 | budapest | apa Nach mehreren tödlichen Angriffen auf Angehörige ihrer Minderheit in Ungarn fordern Roma-Organisationen in einem Brief an Premier Gyurcsany, die Angelegenheiten "auf Regierungsebene zu heben". Wie die Tageszeitung "Nepszava" weiter zitiert, drängen die Volksgruppen-Vertreter auf die Ernennung eines Ministers ohne Portefeuille für Roma-Angelegenheiten sowie die Schaffung eines Beratergremiums.
apa budapest
Innerhalb des Parlamentsausschusses für Menschenrechte solle ein Roma-Unterausschuss arbeiten, wird weiters gefordert. Zudem soll innerhalb des Justiz-Landesrates eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die konsultative Beziehungen zu jenen Roma-Rechtsschutzorganisationen unterhalten würde, die sich in Diskriminierungsfällen engagieren. In dem 15-köpfigen Landesrat sitzen unter anderem der Präsident des Obersten Gerichtshofes, der Justizminister und der Präsident der Ungarischen Rechtsanwaltskammer.
Vor allem der jüngste Angriff gegen Roma in Ungarn hat im Land heftige Debatten und Empörung ausgelöst. In der kleinen Gemeinde Tatarszentgyörgy südlich von Budapest waren der 27-jährige Familienvater Robert Csorba und sein viereinhalbjähriger Sohn von unbekannten Tätern brutal erschossen worden. An ihrer Beisetzung am gestrigen Dienstag nahmen tausende Roma aus ganz Ungarn teil.
Trauer und Schmerz waren unter den Menschen ebenso präsent wie Wut und Zorn. Vorwürfe aus der trauernden Menge trafen die „politische Elite“, die zulasse, dass die ungarische Gesellschaft „so tief gesunken ist“. Kritik gab es auch an den „Zigeuner-Politikern“, die „nur politischen Interessen dienen und nicht den Interessen der Volksgruppe“.
Vertreter der Landesselbstverwaltung (OCÖ) der Roma wiederum fordern: Der „Geist“, der seit Gründung der rechtsextremen „Ungarische Garde“ im August 2007 in Ungarn herrsche, „muss zurück in die Flasche“. Nach einer jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Median sei der Anteil jener, die mit der „Ungarischen Garde“ sympathisierten, im vergangenen Jahr von elf auf 19 Prozent angestiegen.
© SN/SW
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