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Finsternis in Frankfurt Mittwoch, den 2. Juli 2008 um 12:05 Uhr von Holger Finn
In Italien werden nun flächendeckend Sinit und Roma zum Fingerabdruck gebeten. Photo: via PPQ
Große Empörung bei der “Frankfurter Rundschau”, die sich nach einem Blick Richtung Italien an “Methoden” aus “finsteren Zeiten erinnert” fühlt: Denn im Reich Berlusconi werden seit dem 30. Mai flächendeckend allen Sinti und Roma, auch den Kindern, die Fingerabdrücke abgenommen - insgesamt sollen rund 130.000 Personen erkennungsdienstlich registriert werden. Es braucht keine Vorstrafe, um ins Register des Innenministeriums zu kommen, schilt die “FR”, die Maßnahme sei “Teil der Bemühungen der Berlusconi-Regierung, in Italien insbesondere den illegalen Aufenthalt und die stark steigende Kleinkriminalität wieder in den Griff zu bekommen“.
Auch das für seine einfallsreiche Art, Spendengelder zu verwalten, bekannt gewordene Uno-Kinderhilfswerk Unicef und die “große katholische Zeitschrift Famiglia Cristiana” hätten “heftig reagiert”: Es handle sich um eine “besorgniserregende Verletzung der Menschenwürde”, habe es dort geheißen.
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Finsternis in Frankfurt Mittwoch, den 2. Juli 2008 um 12:05 Uhr von Holger Finn
In Italien werden nun flächendeckend Sinit und Roma zum Fingerabdruck gebeten. Photo: via PPQ
Große Empörung bei der “Frankfurter Rundschau”, die sich nach einem Blick Richtung Italien an “Methoden” aus “finsteren Zeiten erinnert” fühlt: Denn im Reich Berlusconi werden seit dem 30. Mai flächendeckend allen Sinti und Roma, auch den Kindern, die Fingerabdrücke abgenommen - insgesamt sollen rund 130.000 Personen erkennungsdienstlich registriert werden. Es braucht keine Vorstrafe, um ins Register des Innenministeriums zu kommen, schilt die “FR”, die Maßnahme sei “Teil der Bemühungen der Berlusconi-Regierung, in Italien insbesondere den illegalen Aufenthalt und die stark steigende Kleinkriminalität wieder in den Griff zu bekommen“.
Auch das für seine einfallsreiche Art, Spendengelder zu verwalten, bekannt gewordene Uno-Kinderhilfswerk Unicef und die “große katholische Zeitschrift Famiglia Cristiana” hätten “heftig reagiert”: Es handle sich um eine “besorgniserregende Verletzung der Menschenwürde”, habe es dort geheißen.
In Deutschland wären dergleichen Vorgänge völlig undenkbar.
Hier müssen ohne Ansehen der Person, der Ethnie, der Rasse oder Religion einfach alle Menschen ihre Fingerabdrücke abgeben, ehe sie das Recht zugesprochen bekommen, einen Pass ausgestellt zu bekommen. Die elektronisch gespeicherten Kopien von jeweils beiden Zeigefingern werden in einer zentralen Datei dazu benutzt, Terror-Sympathisanten in der Bevölkerung auszumachen und Terroranschläge vorbeugend zu verhindern. Nach Ansicht von Unicef, der großen katholischen Zeitschrift Famiglia Cristiana und der Frankfurter Rundschau handelt es sich dabei nicht um eine “besorgniserregende Verletzung der Menschenwürde”.
Die Unterschiede sind ja auch augenfällig: In Italien ist die erkennungsdienstliche Behandlung für Sinti und Roma kostenlos, in Deutschland zahlen Teilnehmer am Stasi 2.0-Programm der Bundesregierung derzeit 59 Euro Selbstbeteiligung.
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