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Die Roma verk?rpern Europa, sagt der Siebenb?rger Sachse Franz Remmel - Europa sieht sie freilich haupts?chlich als "Problem"
Die Roma werden als "Problem" wahrgenommen - wie bei den Unruhen im Februar in der Ostslowakei nach der K?rzung der Sozialunterst?tzung. Der "Roma-Tag" sucht Auswege.
Von Wolfgang Weisgram Siehe
CD-Tipp: "Zigeuner" als Lehrstoff
Oberwart (Erba) - Die EU-Abgeordnete Christa Prets hat ein politisches Lebensmotto, das nicht nur auf der unmittelbaren parlamentarischen Arbeit fu?t, sondern auch auf den Mechanismen, die sie begleiten: ?ffentlichkeit.
Amtsgewicht
Schon zur Zeit als burgenl?ndische Kulturlandesr?tin beschwerte sie zahlreiche Initiativen mit dem Gewicht ihres Amtes, damit diese ins Gerede kommen. Das h?lt sie als Br?sselerin genau so. Zuletzt brachte sie Menschen ins Hohe Haus, die sich selbst als eine Art Pr?fstein sehen f?r das Europ?ische an Europa: Roma.
"Die Roma", sagt sie in ihrem Eisenst?dter B?ro, das nicht di?tenf?hig ist und dennoch regelm??ig von ihr in Anspruch genommen wird, "die Roma sind Europas gr??te Volksgruppe." In der Liste der Herausforderungen, denen sich der Kontinent gegen?bersieht, kommen sie dennoch kaum vor. Und wenn, dann als Problem. Und genau das, meint Christa Prets, sei das Problem.
Problem in der ?ffentlichkeit thematisieren
Der Auftritt der burgenl?ndischen Roma in Br?ssel und die Herausgabe einer Studie ?ber "Roma-Politik in ?sterreich, in der EU und im ?brigen Europa" sei da blo? der Versuch, dieses Problem in die allgemeine Aufmerksamkeit zu r?cken. Damit nicht allein Medienberichte ?ber "Pl?nderungen" in der Ostslowakei - ausgel?st durch die brutale K?rzung der Sozialhilfe im Landstrich fl?chendeckender Arbeitslosigkeit - die Wahrnehmung bestimmen.
Die Initiative der Christa Prets war auch und vor allem eine PR-Aktion f?r die ?sterreichischen Roma-Gesellschaften, die Volkshochschule, den Roma-Verein, das Romano Centro des Rudolf Sark?zi, das sich auch sehr intensiv mit der Lage der Roma in der Slowakei auseinander setzt.
Vergangene Woche haben die drei Vereine zum zweiten internationalen Roma-Tag nach Oberwart geladen, das sich immer mehr zu einem Zentrum der europ?ischen Roma entwickelt.
M?glichkeiten finden
Vier Referenten versuchten da nicht nur, die traurige Lage zu skizzieren, sondern vor allem M?glichkeiten aufzuzeigen, die gr??te Volksgruppe ins Leben des Kontinents zu integrieren. "Mri Buti" - meine Arbeit - w?re so ein Projekt, erz?hlte die Sozialp?dagogin Susanne Baranyai. Das EU-gef?rderte Arbeitsprojekt sei freilich weitaus unterbudgetiert, sodass sich daraus - noch - keine echte "Br?ckenfunktion in den normalen Arbeitsmarkt" hat entwickeln k?nnen.
"Punktuelle Hilfsprogramme", meint Rudolf Sark?zi, "sind ohnehin nutzlos". Ausbildungsprogramme ohne reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt w?rden nur die Vorurteile bedienen: "Die wollen nicht, die k?nnen nicht." Es sei hoch an der Zeit "zu investieren, was Jahrzehnte vers?umt wurde". Aber, so holt er die in Legislaturperioden denkenden Politiker auf den Boden, "es wird mit Sicherheit noch zwei Generationen brauchen".
Die Europ?er
Franz Remmel, ein deutsch schreibender Schriftsteller aus dem rum?nischen Siebenb?rgen, ist ?berzeugt: "Die Roma sind die gro?en Verlierer in ganz Europa." Und das, obwohl der Kontinent sich zu einem guten Teil ?ber diese Volksgruppe definiert: "Wenn es ?berhaupt etwas Gesamteurop?isches gibt, etwas, das es nicht erst seit der Gr?ndung des Europaparlaments, des Europ?ischen Gerichtshofes, der Europ?ischen Wirtschaftsgemeinschaft gibt, sondern etwas, das authentisch seit Jahrhunderten fortbesteht, dann sind das die Roma." (DER STANDARD, Printausgabe 9./10.4.2004)
Roma als europ?ischste Europ?er Die Roma verk?rpern Europa, sagt der Siebenb?rger Sachse Franz Remmel - Europa sieht sie freilich haupts?chlich als "Problem"
Die Roma werden als "Problem" wahrgenommen - wie bei den Unruhen im Februar in der Ostslowakei nach der K?rzung der Sozialunterst?tzung. Der "Roma-Tag" sucht Auswege.
Von Wolfgang Weisgram Siehe
CD-Tipp: "Zigeuner" als Lehrstoff
Oberwart (Erba) - Die EU-Abgeordnete Christa Prets hat ein politisches Lebensmotto, das nicht nur auf der unmittelbaren parlamentarischen Arbeit fu?t, sondern auch auf den Mechanismen, die sie begleiten: ?ffentlichkeit.
Amtsgewicht
Schon zur Zeit als burgenl?ndische Kulturlandesr?tin beschwerte sie zahlreiche Initiativen mit dem Gewicht ihres Amtes, damit diese ins Gerede kommen. Das h?lt sie als Br?sselerin genau so. Zuletzt brachte sie Menschen ins Hohe Haus, die sich selbst als eine Art Pr?fstein sehen f?r das Europ?ische an Europa: Roma.
"Die Roma", sagt sie in ihrem Eisenst?dter B?ro, das nicht di?tenf?hig ist und dennoch regelm??ig von ihr in Anspruch genommen wird, "die Roma sind Europas gr??te Volksgruppe." In der Liste der Herausforderungen, denen sich der Kontinent gegen?bersieht, kommen sie dennoch kaum vor. Und wenn, dann als Problem. Und genau das, meint Christa Prets, sei das Problem.
Problem in der ?ffentlichkeit thematisieren
Der Auftritt der burgenl?ndischen Roma in Br?ssel und die Herausgabe einer Studie ?ber "Roma-Politik in ?sterreich, in der EU und im ?brigen Europa" sei da blo? der Versuch, dieses Problem in die allgemeine Aufmerksamkeit zu r?cken. Damit nicht allein Medienberichte ?ber "Pl?nderungen" in der Ostslowakei - ausgel?st durch die brutale K?rzung der Sozialhilfe im Landstrich fl?chendeckender Arbeitslosigkeit - die Wahrnehmung bestimmen.
Die Initiative der Christa Prets war auch und vor allem eine PR-Aktion f?r die ?sterreichischen Roma-Gesellschaften, die Volkshochschule, den Roma-Verein, das Romano Centro des Rudolf Sark?zi, das sich auch sehr intensiv mit der Lage der Roma in der Slowakei auseinander setzt.
Vergangene Woche haben die drei Vereine zum zweiten internationalen Roma-Tag nach Oberwart geladen, das sich immer mehr zu einem Zentrum der europ?ischen Roma entwickelt.
M?glichkeiten finden
Vier Referenten versuchten da nicht nur, die traurige Lage zu skizzieren, sondern vor allem M?glichkeiten aufzuzeigen, die gr??te Volksgruppe ins Leben des Kontinents zu integrieren. "Mri Buti" - meine Arbeit - w?re so ein Projekt, erz?hlte die Sozialp?dagogin Susanne Baranyai. Das EU-gef?rderte Arbeitsprojekt sei freilich weitaus unterbudgetiert, sodass sich daraus - noch - keine echte "Br?ckenfunktion in den normalen Arbeitsmarkt" hat entwickeln k?nnen.
"Punktuelle Hilfsprogramme", meint Rudolf Sark?zi, "sind ohnehin nutzlos". Ausbildungsprogramme ohne reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt w?rden nur die Vorurteile bedienen: "Die wollen nicht, die k?nnen nicht." Es sei hoch an der Zeit "zu investieren, was Jahrzehnte vers?umt wurde". Aber, so holt er die in Legislaturperioden denkenden Politiker auf den Boden, "es wird mit Sicherheit noch zwei Generationen brauchen".
Die Europ?er
Franz Remmel, ein deutsch schreibender Schriftsteller aus dem rum?nischen Siebenb?rgen, ist ?berzeugt: "Die Roma sind die gro?en Verlierer in ganz Europa." Und das, obwohl der Kontinent sich zu einem guten Teil ?ber diese Volksgruppe definiert: "Wenn es ?berhaupt etwas Gesamteurop?isches gibt, etwas, das es nicht erst seit der Gr?ndung des Europaparlaments, des Europ?ischen Gerichtshofes, der Europ?ischen Wirtschaftsgemeinschaft gibt, sondern etwas, das authentisch seit Jahrhunderten fortbesteht, dann sind das die Roma." (DER STANDARD, Printausgabe 9./10.4.2004)
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